Einzigartiger Fund verändert das Bild von den Anfängen der Rigaer St.-Petri-Kirche.
Bei archäologischen Untersuchungen im Zuge des Wiederaufbaus der Rigaer St.-Petri-Kirche wurden einzigartige historische Zeugnisse entdeckt: Fundamente und Mauerreste der ursprünglichen, im 13. Jahrhundert errichteten Kirche. Der Fund zwingt dazu, bisherige Vorstellungen von der Lage, den Ausmaßen und späteren Umbauten des alten Gotteshauses zu überdenken, und liefert neue Erkenntnisse über die Anfänge Rigas.
„Dieser Fund ist eine Sensation und eine riesige Überraschung – wir hatten nicht erwartet, auf derart beeindruckende Zeugnisse der alten Kirche zu stoßen. Dies ist ein bedeutendes Ereignis nicht nur für die Erforschung des sakralen Erbes Lettlands, sondern auch des Baltikums und Europas“, betont Stefan Meissner, Vorstandsvorsitzender der Stiftung St. Petri in Riga.
In den vergangenen 150 bis 200 Jahren haben Historiker, Archäologen und Architekten unterschiedliche Theorien über den ursprünglichen Standort und die Gestalt der St.-Petri-Kirche entwickelt.
„Jeder hatte seine eigene Version, doch nun verfügen wir erstmals über konkrete archäologische Belege, die das bisherige Bild von den Anfängen der Kirche grundlegend verändern. Die Mauern der alten Kirche wurden unter dem heutigen Altarbereich gefunden – an einer Stelle, die bisher als später errichtete Erweiterung des Gotteshauses galt. Dies ist ein außerordentlich wichtiger Fund nicht nur für die Baugeschichte der St.-Petri-Kirche, sondern auch für die Erforschung der mittelalterlichen Bebauung Rigas. Er bedeutet, dass die frühe Baugeschichte der Kirche neu betrachtet werden muss“, unterstreicht der Archäologe Mārtiņš Lūsēns, unter dessen Leitung die archäologischen Untersuchungen stattfinden.
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