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„Typisch baltisch“? - Stereotype, Narrative, Widersprüche

vor 6 Minuten
1 Min. Lesezeit

Internationalen Kulturtage Mare Balticum vom 13.-15. November 2026 in Darmstadt


Das Baltikum zählt als Grenzregion zu den „Zwischenräumen“ Mitteleuropas, in denen sich die Bevölkerungsgruppen trotz wechselnder Herrschaftssysteme und Regentschaften eigene Identitäten bewahrt haben. Eine Sonderstellung nimmt hierbei die deutsche Minderheit ein, die über Jahrhunderte das baltische Territorium als soziale Oberschicht dominiert hat. Der plurikulturelle Sozialcharakter ist bis heute aufbewahrt in Volksbräuchen, lettischen Volksliedern („Dainas“), estnischen Sprichwörtern und Verwünschungen, aber auch in einem großen Schatz deutschbaltischer Anekdoten („Pratchen“). Sie zeigen das Bild einer Völkerfamilie, deren Geschichte „eine Art Familienkrach verfeindeter Verwandter“ (Armin v. Ungern-Sternberg) darstellt, die infolgedessen geprägt ist von Schlagworten, Klischees und Vorurteilen, z. B. im Bild vom „grausamen, wollüstigen und eingebildeten“ baltischen Baron und „heuchlerischen Pastor“ (Jan Undusk) sowie auf der anderen Seite in der Überzeichnung der kolonisierten Esten und Letten.

Die Kulturtage gehen mit der Frage „Typisch baltisch“? dem Ursprung und der Stimmigkeit einiger der baltischen Stereotype nach, die durch die Weitergabe Einfluss auf das kollektive Gedächtnis genommen haben und ob und wie sich dieser im aktuellen Miteinander nachweisen lässt.

 

Unter anderen wird Dr. Martin Pabst einen Vortrag über „Zwischen Mission und Seelsorge – Baltische Pastoren“ halten. Prof. Reet Bender wird über „Vivat Academia – Die Dorpater Studenten im Pratchen“ sprechen.


Nähere Informationen bei der Geschäftsstelle:

E-Mail: info@deutsch-balten.de oder Tel.. 06151-43457


Die Tagung findet vorbehaltlich der öffentlichen Förderung statt.


 
 
 

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