Konflikte im Baltikum – Analysen und Perspektiven

Internationale Kulturtage Mare Balticum 2019


Invasionen, Revolutionen, Diktaturen, Vertreibungen – aus vielen Heldentaten und Grausamkeiten besteht auch die Geschichte des Baltikums. Unter dem Titel „Wo das blaue Feuer brennt – Baltische Tragödien und Konflikte“ hatte Andreas Hansen neun Referenten nach Darmstadt zu den Internationalen Kulturtagen Mare Balticum eingeladen, die vor der rekordverdächtigen Kulisse von fast 100 Teilnehmern spannende Vorträge boten, die lebhafte Diskussionen auslösten.

Besonders nachdenklich machte die Beschäftigung mit dem aktuellen Konflikt zwischen der NATO und Russland, weil dessen Ausmaß und Intensität nicht augenfällig ist. Oberst Edgars Einiks, und Oberstleutnant Martin Kukk, die Verteidigungsattachés bei der lettischen bzw. estnischen Botschaft in Berlin, waren sich jedenfalls sicher, dass diese von ihnen als Hybridkrieg bezeichnete Auseinandersetzung im vollen Gange ist und nur zeitweise, wie bei den Kämpfen in der Ostukraine, für jedermann sichtbar war. Martin Kukk verwies auf eine Rede des russischen Generalstabschefs Walerij Gerassimow im Jahre 2013 an der Militärakademie in Moskau, als der davon sprach, dass unter anderem Politik, Ökonomie und Information koordiniert werden müssten. Die Grenze zwischen Krieg und Frieden werde unkenntlich gemacht, schlossen daraus die baltischen Militärattachés. Dazu passe, dass Russland Soldaten ohne Hoheitsabzeichen auf der Krim eingesetzt habe, dass es mit Sabotageakten und Desinformation arbeite, Cyberattacken gegen andere Staaten verübe und populistische Parteien in Deutschland, dort in AFD, und in Österreich unterstütze.


NATO muss abschrecken

Russlands Präsident Wladimir Putin habe schon Jahre zuvor öffentlich erklärt, dass Russland einen Gegenpol zum Westen bilden werde und zwischen den Zeilen das Gebiet des früheren zaristischen Reiches beansprucht. Im Baltikum stünden den je etwa 10.000 Soldaten in Lettland, Estland und Litauen rund 200.000 im Westen Russlands gegenüber. Daher sei das Baltikum auf die Wirkung der Abschreckung im NATO-Bündnis angewiesen. In diesen Zusammenhang müsse man auch die Entsendung estnischer Soldaten zu den Friedenstruppen nach Mali stellen. Martin Kukk betonte: „Wir sind in Mali, weil unsere Freunde uns brauchen.“

Trotz Hybridkrieg und konventioneller Unterlegenheit müsse man aber Verteidigungsbereitschaft demonstrieren. In Estland mache die Reserve regelmäßig Übungen, an den Schulen gebe es das freiwillige Fach Staatsverteidigungskunde. In Lettland ist die Nationalgarde aus Reservisten etwa dreimal so stark wie die Armee. „Wir dürfen nicht ruhig bleiben, wenn wir uns die russische Politik anschauen“, mahnten die beiden Generalstabsoffiziere und ergänzten: „Es darf nicht mehr so sein wie 1940, dass wir aufgeben, ohne dass ein Schuss fällt.“

Bildbeschreibung: Russland versuche, die Grenze zwischen Krieg und Frieden unkenntlich zu machen, stellten die Militärattachés Martin Kukk (links) aus Estland und Edgars Einiks aus Lettland fest. Fotografen: Martin Pabst, Michael Anger.


Anschluss an Europa durch Christianisierung

Die baltischen Völker waren schon vor 700 Jahren bereit, sich zu wehren, legte Anda Godlinska, die an der Universität Oldenburg eine Doktorarbeit über historische Stereotype schreibt, dar. Anhand der Chronik Heinrichs von Lettland, der 1205 selbst als Missionar nach Riga kam, berichtete sie von der anfangs friedlichen Mission im Baltikum, der militärischen Unterwerfung durch Ordensheere ab 1198 und den damit verbundenen wirtschaftlichen Interessen unter anderem der Hanse und der Russen. Dabei verstanden es die Invasoren, die Streitigkeiten der Einheimischen untereinander auszunutzen. So halfen etwa die Semgaller dem Orden, die Esten zu unterwerfen. Vielfach, so Godlinska, werde im Baltikum heute die These vertreten, hätte damals der Orden nicht Livland erobert, hätten sich die baltischen Völker gegenseitig umgebracht oder wären heute Russen. Die damalige Christianisierung habe aber den Anschluss des Baltikums an Europa hergestellt.


Göttliche Passion

Mit den Unabhängigkeitskämpfen 1919 befassten sich aus unterschiedlichen Perspektiven die Berliner Historikerin Anita Kugler und Dr. Igor Barinow vom Institut für Weltwirtschaft und Internationale Beziehungen in Moskau, das, nach eigener Darstellung, als unabhängige Institution unter anderem die russische Regierung berät. Kugler beschrieb die Bolschewikenherrschaft in Riga anhand von Tagebuch- und anderen Aufzeichnungen der Deutschbalten. Barinow befasste sich mit dem Kreuzzug des als Persönlichkeit schillernden selbsternannten Fürsten Pawel Bermondt-Awaloff gegen die Bolschewiken.

Als göttliche Passion, die man zu durchleiden habe, hätten viele Deutschbalten den roten Terror vom Januar bis Mai in der lettischen Hauptstadt empfunden. Kugler stützte sich in erster Linie auf die Aufzeichnungen der damals 22-jährigen Angelika Baronesse von Korff, die erst nach deren Tod 1982 gefunden wurden. In der heutigen lettischen Geschichtsschreibung sei dieses halbe Jahr nur eine Randerscheinung, so Kugler. Die Adelige beschreibt den Einmarsch der Bolschewiken, die Plünderungen, die Gewalt gegen tatsächliche oder vermeintliche Gegner. Alle Lebensmittel wurden requiriert und zu einem großen Teil nach Russland transportiert. Der Rest nach einem strikten Schlüssel an die hungernde Bevölkerung verteilt. So sollen täglich rund 180.000 Teller Suppe ausgegeben worden sein, aber Pastoren zum Beispiel waren davon ausgenommen und bekamen nichts. Knapp 9000 Menschen sind in dieser Zeit nach offizieller Statistik in Riga verhungert.

In den Augenzeugenberichten der ersten Jahre sei die Beschreibung des individuellen Leids im Vordergrund gestanden, so Kugler. Erst später hätten sich auch Angehörige der Landeswehr zu Wort gemeldet und damit sei der Ton der Berichte rauer geworden mit nationalistischer Färbung. Nach 1945 seien die Kämpfe von Historikern in einen europäischen Zusammenhang gestellt worden.


Kapellmeister und Fürst

Alle Rätsel um Pawel Michailowitsch Bermondt-Awaloff auflösen konnte auch Igor Barinow nicht. Er stützte sich im Wesentlichen auf dessen Dienststammrolle aus der Zarenzeit. In den kaiserlichen Dokumenten wird Bermondt im Alter von 14 Jahren als Paul Bermant erwähnt, die Familie taucht bei einer Volkszählung auf der Halbinsel Sachalin auf, sie könnte tschechischer Herkunft sein. Schon immer habe es Gerüchte gegeben, dass Bermondt ursprünglich kein Militär, sondern ein gelernter Schauspieler gewesen sei, so Barinow. Fest steht, den Dokumenten zufolge, dass er in den 1890er Jahren eine militärische Ausbildung in Warschau erhielt und später Militärkapellmeister war. Als Freiwilliger im russisch-japanischen Krieg von 1905 brachte er es zum Offizier, obwohl er nach Aussagen von Augenzeugen dafür völlig ungeeignet gewesen sei. 1919 organisierte Bermondt im Kriegsgefangenlager Salzwedel eine kleine Truppe, die er im Juni 1919 nach Kurland verlegte.

An verschieden Orten und unter unterschiedlicher Verwendung und Bezeichnung kämpft er gegen die Rote Armee, bekommt aber mit allen Vorgesetzten Streit. Als Befehlshaber der Westrussischen Befreiungsarmee residiert er eine paar Monate in Mitau. Als er von den Deutschen kein Geld mehr bekommt, versucht er, eine Zivilverwaltung aufzubauen. Seine politischen Ziele sind unklar. Als seine Truppe von der lettischen Armee im November 1919 geschlagen wird, geht er ins Ausland. Er ist journalistisch tätig, macht gewagte Finanztransaktionen, gründet in Deutschland eine Russische Nationalsozialistische Bewegung, wird nach dem Hitler-Stalin-Pakt vorübergehend inhaftiert, produziert anschließend Wodka in Belgrad und geht später in die USA. Dort, so Barinow, habe die CIA ihm verschiedene Projekte finanziert. 1969 starb der Mann, der seinen Namen mehrmals geändert und behauptet hatte, er sei der leibliche Sohn eines georgischen Fürsten. Den Fürstentitel hatte er in den USA offiziell abgegeben.


„Schwagerrepublik“ Litauen

Mit dem Werdegang zweier Persönlichkeiten, die die Politik Litauens und Estlands in der Zwischenkriegszeit mitbestimmten, befassten sich Dr. Mindaugas Kuklys von der Europa-Universität Flensburg – er hatte 2013 in Jena mit einer Arbeit über die Rekrutierung und Karrieren von Parlamentseliten im Baltikum promoviert – und Magistra Laura Potzuweit von der Universität Kiel, die beim Dietrich-A.-Loeber-Preis 2019 den vierten Preis gewonnen hatte.

„Zwischen Putsch und Plato“ hatte Mindaugas Kuklys sein Referat zu Antanas Smetona überschrieben. Der gelernte Jurist und Journalist war erster und letzter Präsident Litauens in der Zwischenkriegszeit, aber nie vom Volk gewählt worden. Seit 1902 hatte er sich politisch betätigt. Er gehörte zu den Unterzeichnern der Unabhängigkeitserklärung seines Landes und wurde vom Staatsrat 1919 zum Präsidenten gewählt. Das Amt gab er nach zwei Wochen ab. 1926 errichtete Smetona mithilfe des Militärs eine Diktatur, um einem kommunistischen Putsch zuvorzukommen. Es gab zwar eine Einheitspartei, dennoch war das System Smetona kein faschistisches, weil die Massenorganisationen fehlten, analysierte Kuklys. Allerdings gab es mehrere Aufstände, wie den Bauernstreik 1935, bei dessen Niederschlagung auch Tote zu beklagen waren. Ab seinem 60. Geburtstag 1934 wurde er offiziell mit dem mittelalterlichen Großfürsten Gediminas verglichen. Smetonas Regierungszeit wurde auch als „Schwagerrepublik“ bezeichnet, so Kuklys, weil er seine Familie mit Posten versorgte. Smetona, der acht Sprachen beherrschte und mit einer deutschen Kurländerin verheiratet war, befasste sich intensiv mit Philosophie. Er übersetzte Plato ins Litauische. Als er sich mit seinem Wunsch nach Widerstand gegen einen sowjetischen Einmarsch 1940 nicht durchsetzen konnte, gab er sein Amt ab und floh heimlich nach Deutschland, dann in die Schweiz und in die USA, wo er 1944 starb.


Heldenverehrung zu Lebzeiten

Zum Staatspräsidenten brachte es der estnische General Johan Laidoner nicht, weil ihm sein Landsmann Konstantin Päts als Putschist 1934 zuvorkam, so Laura Potzuweit. Allerdings hatte Päts die Unterstützung Laidoners, der damals schon hohes Ansehen bei der Bevölkerung genoss. Laidoner hatte als Oberbefehlshaber den Unabhängigkeitskrieg siegreich beendet und die Schlacht bei Cesis gewonnen. Daraus resultierte sein einfach gestricktes Weltbild gegenüber den Deutschen, erläuterte Potzuweit: Die deutschen Barone seien bestimmend gewesen bei der Landeswehr und damit seien sie der Erbfeind. 1924 warf Laidoner als Oberbefehlshaber einen kommunistischen Putsch nieder. Schon zu Lebzeiten wurde für seine Heldenverehrung gesorgt. Ein nach dem sowjetischen Einmarsch gesprengtes Denkmal für ihn wurde 1990 restauriert. Erst 2008 erschien ein Buch, in dem, erläuterte Potzuweit, kritisch gefragt wurde, ob er Schuld sei an der kampflosen Übergabe Estlands an die Russen. Immerhin hatte Laidoner sich geweigert zu fliehen. Ihm wurde in Russland wegen seiner Rolle im Unabhängigkeitskrieg der Prozess gemacht. Er starb 1952 in der Haft in Wladimir.



Intensiv und packend schildert Bettina Henkel in ihrem Film „Kinder unter Deck“ die Aufarbeitung der Vergangenheit bei einer Reise mit ihrem traumatisierten Vater ins Baltikum. Foto: Martin Pabst

Familientragödien

Wie Tragödien und Konflikte über mehrere Generationen in Familien hineinwirken, stellt die in Wien lebende Bettina Henkel in ihrem eindrucksvollen Film „Kinder unter Deck“ dar, der den Tagungsteilnehmern in einem Darmstädter Kino geboten wurde. Henkel schildert darin ihre Reise mit ihrem Vater nach Lettland und die regelmäßige Konfrontation mit alten Dokumenten über die Vergangenheit der Familie. Die Filmemacherin war es leid, immer nur Andeutungen über die Vergangenheit zu hören und bei Familienfesten als Kind lauten Streit der Erwachsenen ertragen zu müssen. Der Vater, von Beruf Psychoanalytiker, bekommt auf dieser Reise seelischen Zugang zu seiner nur als absolutistisch erlebten Mutter, die im Baltikum selbst eine nicht glückliche Kindheit erlebt hatte. Nie hatte er mit der Verstorbenen über ihre Zeit im Warthegau reden können, wo sie sich als Medizinerin an der Tötungsmaschinerie der Nazis mitschuldig machte. Der Film verzichtet auf das Klischee „Ende gut, alles gut“, arbeitet aber sehr gut heraus, dass ein vernünftiger Umgang der Generationen miteinander voraussetzt, dass die Vergangenheit zumindest aufgeklärt wird.


Märchen im Gulag

Mit der Suche eines Kindes nach dem Schicksal ihrer Eltern befasst sich auch Lutz Dettmann in seinem Roman „Und über uns der weite Himmel“, aus dem er und Friederike von Gropper vorlasen. Der Inhalt: 1946 wird die junge Estin Anu vom NKWD verhaftet, ihr deutschbaltischer Freund kann nach Schweden entkommen, während die junge Frau verurteilt und in den Gulag verbannt wird. 60 Jahre später will die Tochter endlich Aufklärung über den Lebensweg ihrer Eltern. Allmählich beginnt die Mutter zu erzählen, von ihren Hoffnungen, der großen Liebe, den Grausamkeiten im Gulag, aber auch der Solidarität dort und ihrer Karriere als Märchenerzählerin in Workuta.

In der Einleitung zum Tagungsthema hatte Andreas Hansen den Bogen gespannt von den Kämpfen der baltischen Stämme untereinander und der kriegerischen Mission der Kreuzritter bis zum aufkommenden Nationalismus im 19. Jahrhundert und den Mahnungen deutschbaltischer Kreise, Letten und Esten an der politischen Verantwortung zu beteiligen, sowie der Tatsache, dass Siegfried von Vegesacks „Baltische Tragödie“ erst 2012 ins Lettische übersetzt wurde.



Konzerte mit deutschen Lidern, Deutschunterricht, objektive Aufarbeitung der gemeinsamen Vergangenheit – darum hat sich die Lettin Mara Kraule, Vorsitzende des Deutschen Kuturvereins Ventspils, große Verdienste erworben, für die ihr die Deutsch-Baltische Gesellschaft eine Urkunde verlieh. Rechts Bundesvorstandsmitglied Michael Anger. Foto: Andreas Kanstein

Ehrung für Māra Kraule

Es sei auch heute noch Aufgabe der Deutsch-Balten, Menschen verschiedener Völker zusammenzubringen, sich mit der gemeinsamen Vergangenheit, aber auch mit der Zukunft des Baltikums zu beschäftigen. Dies betonte Michael Anger, Mitglied des Bundesvorstands der Deutsch-Baltischen Gesellschaft. In diesem Sinne habe sich Māra Kraule besondere Verdienste erworben. Die Vorsitzende des Deutschen Kulturvereins Ventspils gebe nicht nur Deutschunterricht und organisiere Konzerte mit deutschen Liedern. Sie habe sich auch stets für eine objektive Diskussion über die 700 Jahre lange gemeinsame Geschichte von Deutschbalten und Letten stark gemacht. Namens der Gesellschaft übereichte Anger eine Urkunde. Die Vorsitzenden anderer deutsch-lettischer und -estnischer Vereine waren vor einem Jahr entsprechend geehrt worden, Māra Kraule war damals verhindert.

Schon in den Grußworten zu Beginn der Tagung war die wertvolle Tätigkeit der Deutsch-Balten als Brücke ins Baltikum gelobt und jegliche Unterstützung versprochen worden. So hatte Margarete Ziegler-Raschdorf, die Landesbeauftragte Hessens für Heimatvertriebene und Aussiedler, auf den § 96 des Bundesvertriebenengesetzes hingewiesen, der Bund und Länder zum Erhalt des Kulturguts der Vertriebenen verpflichte. Man dürfe also diese Arbeit nicht allein den öffentlichen Organisationen überlassen, mahnte die Politikerin.

Junge engagierte Menschen aus Estland, Lettland, Litauen, Russland und Deutschland seien wieder einmal nach Darmstadt gekommen, um wichtige historische und gesellschaftliche Themen zusammen zu diskutieren, um miteinander und nicht übereinander zu sprechen, betonte Kseniia Sabanova vom Deutschbaltischen Jugend- und Studentenring. Sie wollten dort Brücken bauen, wo der sogenannte „Clash of civilizations“ stattfinden sollte. Die Zukunft liege schließlich in den Händen der heutigen Jugend, deshalb sei es deren Aufgabe, die guten Beziehungen zueinander zu festigen und weiter zu entwickeln, so die St. Petersburgerin. Das vollumfängliche Grußwort finden Sie weiter unten. 

Vollbesetzt war der Saal des Hauses der Deutsch-Balten in Darmstadt bei den Kulturtagen Mare Balticum. Foto: Andreas Kanstein

Die Tagung in Darmstadt wurde unterstützt von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, der Hessischen Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie der Wissenschaftsstadt Darmstadt. (ma)


Grußwort von Ksenia Sabanova

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Namen des Vorstands des Deutschbaltischen Jugend und Studentenringes möchte ich Sie herzlich begrüßen. Seit vielen Jahren sind die Internationalen Kulturtage Mare Balticum ein fester Termin in unserem Vereinskalender und ein sichtbares Zeichen der erfolgreichen Zusammenarbeit des Deutschbaltischen Jugend und Studentenringes und der Deutsch-Baltischen Gesellschaft.

Anders als vor 10 Jahren tagen die junge und die älteren Generationen zusammen. Außerdem sind heutzutage die Internationalen Kulturtage Mare Balticum nicht nur generationenübergreifend, sondern auch länderübergreifend. Junge engagierte Menschen aus Estland, Lettland, Litauen, Russland und Deutschland kommen nach Darmstadt, um die wichtigen historischen und gesellschaftlichen Themen zusammen zu diskutieren, um miteinander und nicht übereinander zu sprechen.

Wir, junge Menschen aus verschiedenen Ländern, möchten an der Stelle, wo der sogenannte „Clash of civilizations“ stattfinden sollte, eine Brücke zueinander bauen. Die diesjährige Tagung konzentriert sich auf die Auseinandersetzungen im 20. Jahrhundert und die Konfliktsituationen bis in die Gegenwart. Die Zukunft liegt aber in den Händen der heutigen Jugend, demnach in unseren Händen, und während die Deutsch-Baltische Gesellschaft für uns diese Treffen ermöglicht und eine unsichtbare Brücke zueinander baut, ist es unsere Aufgabe, diese Brücke und die guten Beziehungen zueinander zu festigen und weiter zu entwickeln.

Nach zahlreichen Veranstaltungen des DBJuStR und des Deutsch-Baltischen Jugendwerks, an denen ich in den vergangenen Jahren teilnehmen durfte, bin ich dieses Jahr zum ersten Mal in Darmstadt bei den Internationalen Kulturtagen Mare Balticum. Umso mehr freue ich mich auf interessante Diskussionen, spannende Gespräche und einen großartigen Ball.

Ksenia Sabanova

(Vorstandsmitglied des Deutschbaltischen Jugend- und Studentenrings)


Herdweg 79 · D-64285 · Darmstadt · Telefon 06151-434 57