Zwischen Lettland und Deutschland. Der baltische Künstler Walter-Kurau

Mit einer Ausstellung der Werke von Johann Walter-Kurau, eines der Begründer der modernen lettischen Malerei, erinnert das Ostpreußische Landesmuseum mit Deutschbaltischer Abteilung in Lüneburg und die lettische Botschaft in Berlin an 100 Jahre auch kultureller Beziehungen zwischen Lettland und Deutschland. Die Werke werden vom 3. Juli bis 24. Oktober im Museum der Öffentlichkeit präsentiert.


Am Vorabend der Eröffnung veranstaltet die Botschaft einen Festakt im Lüneburger Rathaus. Oberbürgermeister Ulrich Mädge begrüßt die geladenen Gäste im Fürstensaal. Die Festansprachen halten Botschafterin der Republik Lettland, Inga Skujiņa und Eckhard Pols, MdB. Begleitet wird die Veranstaltung durch die lettische Violinistin Monta Wermann, die eigene Kompositionen spielt.


Johann Walter (nebenstehend Selbstbildnis), geboren 1869 in Jelgava/Mitau als Sohn des Stadtrats Theodor Walter, ist in

Lettland unter dem Namen Johans (Jānis) Valters bekannt. Nach seinem Studium an der St. Petersburger Kaiserlichen Akademie der Künste war er 1906 in seiner Heimatstadt tätig, wo sein Schaffen um 1900 sich in einer Wechselwirkung zwischen Impressionismus, Jugendstil und einer neoromantischen Stimmungskunst entwickelte. Er gilt als einer der Begründer der modernen lettischen Malerei, in der er durch die Verbindung seines malerischen Talents mit einer ausgeprägten musikalischen Begabung eine Sonderstellung einnahm.

Als er 1906 nach Deutschland übersiedelte, nahm er den Künstlernamen Walter-Kurau, seine Mutter war eine geborene Kurau, an. Er entfaltete dort eine breite Lehrtätigkeit und sammelte schöpferische Eindrücke auf vielen Malreisen. Seine Dresdener Schaffenszeit (1906-16) ist von einem spätimpressionistischen Stil geprägt, während er für die Berliner Periode (1916/17–1932) das Streben nach “weitestgehender Abstraktion bei strengstem Studium” der Natur als Leitmotiv seiner malerischen Weiterentwicklung wählte. Die späte Schaffensphase zeigt stark verarbeitete Anklänge an die Malerei Paul Cézannes, deutscher Expressionisten sowie französischer Fauvisten und Kubisten. Walter-Kurau starb 1932 in Berlin.

Die Ausstellung wird in Kooperation mit der Botschaft Lettlands im Rahmen des Jubiläums “Hundert Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Lettland und Deutschland” präsentiert. Die gezeigten Arbeiten entstammen der Privatsammlung Pēteris Šmidre. Sie geben einen reichen Einblick in den in Deutschland entstandenen Teil des Walterschen Werkes. Kuratiert wurde die Ausstellung durch die Kunsthistorikerin Dr. Kristiāna Ābele von der Lettischen Kunstakademie in Riga.