Ida Kerkovius (*1879 in Riga) in der Staatsgalerie Stuttgart


Ida Kerkovius, Pastell II auf Grün, 1960, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung, © Kerkovius Archiv Wenelstein

»Meine Welt ist die Farbe, in ihr kann sich meine Phantasie ganz entfalten« war das Leitmotiv von Ida Kerkovius (1879‒1970). Unter den rund 20 Schülerinnen von Adolf Hölzel an der Stuttgarter Akademie, ragt die »Kerko«, wie sie genannt wurde, besonders hervor. Schon 1903 war sie bei dem großen Lehrer in Dachau, ab 1908 dann bei ihm in Stuttgart. Hölzel, der sie später zu seiner Assistentin machte, wusste ihre Eigenheit zu schätzen: »Sie macht meine Lehre, aber komisch, sie macht ganz andere Sachen.«

Zwischen 1920 und 1923 studierte die Künstlerin in den Wintersemestern am Bauhaus in Weimar, wo sie besonders die Lehren von Wasily Kandinsky und Paul Klee inspirierten. Trotz der verschiedenen Einflüsse betonte sie immer, dass sie nicht nur einem Stil folge: »Ich bekenne mich zu keiner Kunstrichtung, sondern bin immer bestrebt wie am Anfang meiner Entwicklung, den Gefühlen, die in mir leben, Gestalt, Qualität und Ausdruck zu geben.«

Die Weigerung, sich einem verbindlichen Stil unterzuordnen ermöglichte ihr, immer wieder neu mit den bildnerischen Mitteln und der Farbe umzugehen. Sie entwickelte, gerade in ihren Pastellarbeiten, eine eigenständige emotionale, farbenprächtige Bildsprache, die den Betrachter auf einer sinnlichen Wahrnehmungsebene mit einbezieht.



Ausstellung vom 12.05. bis 13.09.2020 im Graphik-Kabinett der Staatsgalerie Stuttgart (Konrad-Adenauer-Str. 30, 70173 Stuttgart)

www.staatsgalerie.de

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