Baltische Grenzüberschreitungen - Internationale Kulturtage Mare Balticum

Wandern – Reisen – Fliehen

20.-22. November 2015 in Darmstadt

Grenzen trennen - Kontinente, Länder und Provinzen auf den Landkarten oder Einsichten, Kulturen und geistige Horizonte in den Köpfen. In manche sind wir hineingeboren und müssen in ihnen verharren. Immer aber lockt auch, was jenseits der Grenzen liegt, und lässt uns neue Horizonte entdecken. Von räumlichen und geistigen Grenzüberschreitungen im Baltikum, aus ihm heraus und in es hinein, handelten die Internationalen Kulturtage Mare Balticum 2015.

Die Konferenz begann am Freitag mit der Erinnerung an „Luthers Gesandte - Die Reformation überschreitet die Grenze“ und wurde am Sonnabend mit dem Vortrag des Freiburger Germanisten Dr. Heinrich Bosse über das „Wandern und Irren“ eines der wichtigsten deutschbaltischen Lyriker, Ulrich Kasimir Boehlendorff, fortgesetzt: „Heimatlos in der Heimat“. Berühmte geographische Grenzüberschreitungen wurden am Beispiel „Adam Johann Krusenstjern und seine Freunde“ dargestellt: „Dreimal um die Welt“.

Ein eigener Beitrag „Weibliche Fernsichten“ war den Frauen der Familie Krusenstjern gewidmet. Über die Bedeutung von „Johann Gottlieb Herder in Riga“ sprach Dr. Peter Wörster vom Herder-Institut in Marburg. Zwei Grenzüberschreitungen, von denen Deutschbalten betroffen waren, wurden an den Fluchtbewegungen im Bürgerkrieg 1919 und am Ende des Zweiten Weltkrieges beschrieben. „Über alle Grenzen hinweg“ trug schließlich „Münchhausens Ritt auf der Kanonenkugel“, der im Baltikum gelebt und dort seine Frau gefunden hat.

Wie stets, war viel Zeit für die Aussprache und das persönliche Gespräch vorgesehen. Der Begegnung mit den zahlreichen Teilnehmern aus den baltischen Staaten, insbesondere Studierenden, war der Gesellschaftsabend gewidmet: der „Baltenball“ mit unseren Traditionstänzen.

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