100 Jahre Beziehungen Estland – Deutschland

OlympischeSpiele, Ritter, Kalter Krieg – das sind nur einige Schlagwörter einer umfangreichen Vortragsreihe der Botschaft Estlands in Berlin. Anlass ist die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Estland vor 100 Jahren.


Am 9. Juli 1921 wurde Estland von Deutschland de jure als souveräner Staat anerkannt. Bereits in den Jahrhunderten davor verband die estnische und die deutsche Kultur ein vielfältiges Geflecht von Beziehungen. Dieses historische Erbe wurde im Laufe der Zeit immer wieder neu interpretiert, so die Botschaft in einer Mitteilung.


Die Vortragsreihe gibt einen Überblick über die Berührungspunkte zwischen beiden Ländern in den letzten 100 Jahren. Neben der Analyse der politischen und der diplomatischen Beziehungen werden auch die kulturhistorischen Entwicklung, die Geschichte sowie das tägliche Leben behandelt.


Die Vorträge werden virtuell per Zoom oder, wenn die Umstände es zulassen, in der estnischen Botschaft in Berlin (Hildebrandstraße 5) stattfinden. Auch im Falle einer Präsenzveranstaltung wird die Möglichkeit geboten, dem Vortrag virtuell zu folgen. Die Vorträge beginnen stets um 18 Uhr und werden, wenn in Estnisch gehalten, simultan übersetzt.


Eröffnet wird die Reihe am Donnerstag, 8. Juli um 18 Uhr mit einem Grußwort des estnischen Botschafters in Deutschland, Alar Streimann. Anschließend referiert Dr. Eero Medijainen über „Die internationale Anerkennung Estlands 1920-1922“ und beleuchtet u.a. die Unabhängigkeitserklärung Estlands am 24. Februar 1918, den Frieden mit der Sowjetunion, die Außenpolitik des jungen Staates und die Beziehungen zu Deutschland in der Zwischenkriegszeit.



Medijainen, Professor für neuere Geschichte an der Universität Tartu, ist unter anderem Mitglied der Historikerkommission Lettlands und wurde mit mehreren Forschungspreisen ausgezeichnet. Kommentiert wird der Vortrag von Dr. David Feest, wissenschaftlichem Mitarbeiter am Nordost-Institut der Universität Hamburg mit Sitz in Lüneburg). Feest ist Vorstandsmitglied der Baltischen Historischen Kommission. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Geschichte der baltischen Region, unter besonderer Berücksichtigung Estlands, sowie auf den Kernpunkten der Geschichte der UdSSR und des Russischen Zarenreichs.


Der Vortrag wird per Zoom stattfinden. Die Teilnahme ist sowohl über App als auch über Internet-Browser möglich. Um eine Zoom-Einladung zu erhalten, registrieren Sie sich bitte bis zum 5. Juli per E-Mail: Embassy.Berlin@mfa.ee . Der Vortrag wird auf Estnisch gehalten und simultan übersetzt. Der Vortrag wird aufgezeichnet. Informationen zu allen Vorträgen aktuell unter https//berlin.mfa.ee/de .


Die weiteren Vorträge in dieser Reihe:


Die Olympischen Spiele 1936 in Berlin - einer der hellsten Momente des estnischen Sports im 20. Jahrhundert

24. August, KAAREL ANTONS (Estnisches Sport- und Olympiamuseum)


Die Estländische Ritterschaft und die Gründung der Republik Estland 1917-1918

9. September, Thomas Freiherr v. Dellingshausen


Estland und das Baltikum in der deutschen Außenpolitik zwischen den beiden Weltkriegen

23. September, David Feest (Nordost-Institut)


Die Deutsche Botschaft in Tallinn 1918-1940

7. Oktober, Ludwig Biewer (ehemaliger Leiter des Politischen Archivs des Auswärtigen Amts)


Geschichte und Geschichten. Deutschland und Estland im Spiegel ihrer Literatur

18. Oktober, Jaan Undusk (Estnische Akademie der Wissenschaften), Cornelius Hasselblatt (Ehrendoktor Universität Tartu)


Von der Kulturautonomie bis zur Umsiedlung. Die deutschbaltische Minderheit zwischen den beiden Weltkriegen

28. Oktober, Jörg Hackmann (Universität Stettin), Maris Saagpakk (Universität Tallinn)


Der Jurist Boris Meissner und die Grundlagen der Nichtanerkennungspolitik der baltischen Staaten im Westen

11. November, Lauri Mälksoo (Universität Tartu)


„Treffpunkt – Berlin“

24. November, historisch-kulturelles Theaterstück zur Geschichte der estnischen Botschaft in Berlin des Theaters Varius, Heidi Sarapuu (Autorin und Regisseurin)


Biografien im Strudel des Zweiten Weltkriegs

9. Dezember, auf Englisch, Ene Köresaar (Universität Tartu)


Auf der Westseite der Mauer. Esten in der Bundesrepublik Deutschland 1945-1991

18. Januar, Mart Laanemäe (ehemals Botschafter in Deutschland)


Darstellung des (alltäglichen) Lebens in der ESSR und der DDR in Museen

3. Februar, Terje Anepaio (Estnisches Nationalmuseum), Sören Marotz, (DDR Museum), Ene Köresaar (Universität Tartu)


Deutschland und das Baltikum. Von den Fronten des Kalten Krieges bis zu einem neuen vereinten Europa

21. Februar, Kristina Spohr (London School of Economics), Karel Piirimäe (Universität Tartu)


Estnische und deutsche Geschichte aus der Perspektive der miteinander verflochtenen Geschichte

3. März, Ulrike Plath (Universität Tallinn), Linda Kaljundi (Estnische Akademie der

Künste)